07/2026: Seit Anfang dieses Jahres ist Lukas Burkhardt an der Spitze von Vetropack. Der 47-jährige Schweizer hat diese Zeit intensiv genutzt: Standorte bereist, Kunden besucht, zugehört. Das Portrait eines CEOs, dem gutes Teamplay mindestens so wichtig ist wie der direkte Draht zu seinen Kunden – und der trotz der schwierigen Marktlage überzeugt ist: „Glas gehört die Zukunft.“

Zuhören, Fragen stellen und Prozesse verstehen: Gemeinsam mit dem Team erhält Lukas Burkhardt Einblicke in die Aufbereitung von Werkzeugen und die Reinigung von Formen für die Glasproduktion.

Wer Lukas Burkhardt in seinem Büro im Vetropack-Hauptsitz in Bülach besucht, mag zunächst überrascht sein, wie ruhig und mitunter entspannt der neue CEO über seine ersten Monate im Amt berichtet. Er wirkt bereits nach wenigen Monaten so, als sei er vollständig in seiner neuen Rolle angekommen. Dazu beigetragen habe vor allem das Team, betont er immer wieder. „Ich fühle mich schon sehr wohl hier, und das liegt sicher auch an den Kolleginnnen und Kollegen, die mir den Einstieg in vielerlei Hinsicht leicht gemacht haben. Gerade in solchen Situationen kommt es auf das richtige Team an.“ 

Begriffe wie „Teamplay“ oder „Zusammenarbeit“ fallen häufig im Gespräch. Sie beschreiben das Verständnis von Führung des neuen CEOs. Burkhardt sieht sich nicht als klassischer Chef, der ein Unternehmen allein von oben steuert. „Natürlich geht es darum, die Führungsrolle zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen“, sagt er. „Aber der Erfolg eines internationalen Unternehmens wie Vetropack ist vor allem das Ergebnis einer gelungenen Teamleistung und unternehmerischen Entscheidungen.“ Seine wichtigste Aufgabe sehe er deshalb darin, dieses Zusammenspiel zu organisieren, weiterzuentwickeln und die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Nicht nur, aber insbesondere in diesen dynamischen Zeiten ist es wichtig, die Mitarbeiter zu befähigen, unternehmerisch zu Handeln. 

Nah an Menschen und Märkten

Die ersten Monate nutzte Burkhardt bewusst dafür, das Unternehmen intensiv kennenzulernen. Er reiste viel, besuchte Standorte, sprach mit Mitarbeitenden und hörte vor allem zu. „Ich habe viele Fragen gestellt und versucht, besser zu verstehen, was die Menschen bei uns beschäftigt und was sie derzeit umtreibt.“ Gerade die Werke und Standorte sind oft sehr nah am Markt und Kunden. Dort steckt das entscheidende Wissen – viel davon in den Köpfen der Mitarbeitenden. „Ich führe viele Gespräche und lerne noch jeden Tag etwas Neues dazu“, sagt Burkhardt. Auch im Hauptsitz in Bülach sucht er bewusst den direkten Kontakt. Wann immer möglich, isst er in der Kantine. Die Tür zu seinem Büro steht – ausser während Meetings – offen. Für ihn ist das mehr als nur Symbolik. «Ich möchte ansprechbar sein», sagt er. 

Besonders beeindruckt habe ihn in den ersten Monaten die enorme Expertise im Unternehmen – das tiefe Markt- und Produktwissen, aber auch die Begeisterung vieler Mitarbeitenden für Glas. Nicht wenige Familien arbeiten bereits in der zweiten oder dritten Generation bei Vetropack. „Bei ihnen ist Glas tatsächlich Teil der familiären DNA“, sagt Burkhardt. „Diese echte Leidenschaft für das Produkt findet man nicht in jeder Branche.“ 

Erfolg ist Teamarbeit

Die Begeisterung für Glas teilt Burkhardt im Übrigen. Für ihn ist es nicht nur eines der ältesten, sondern zugleich zukunftsfähigsten Verpackungsmaterialien überhaupt: sicher, geschmackserhaltend, nachhaltig und zugleich hochwertig und stark im Branding. Gerade im Design bietet Vetropack ein breites Spektrum an Farben und Formen von Glasverpackungen, die Kunden attraktive Möglichkeiten bei der Positionierung ihrer Marken eröffnen.  „Diese Stärken im Design müssen wir noch mehr ausbauen.“ 

Burkhardt ist Familienmensch, fährt privat kein Auto und kommt jeden Morgen mit der Bahn oder mit dem Fahrrad von Zürich nach Bülach. Er möchte etwas tun, das gesellschaftliche Wirkung hat – und im Verpackungsbereich sei dies besonders möglich: «Auch aus diesem Grund bin ich mir sicher: Glas gehört die Zukunft.» 

Umso wichtiger seien Flexibilität und die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Dabei verweist Burkhardt auch auf die Erfahrungen von Vetropack in der Ukraine. „Das Werk dort wäre heute vermutlich geschlossen, wenn Mitarbeitende, Standortleitung und Gruppenleitung nicht so eng zusammengearbeitet und an die Zukunft des Standorts geglaubt hätten“, sagt er. „Der Einsatz der Belegschaft war beeindruckend.“ Das Ergebnis: zwei von drei Wannen sind wieder in Betrieb.

Wachstum durch Verständnis

„Das ist die Mentalität, die Vetropack auszeichnet. Und die wir auch jetzt brauchen“, betont Burkhardt. „Verantwortung übernehmen, zusammenstehen und trotz schwieriger Rahmenbedingungen nach vorne schauen.“ Das gelte auch im Hinblick auf die Kunden: Vetropack hat in seinen Kernmärkten viele über Jahrzehnte gewachsene Kundenbeziehungen, ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte von Vetropack.  

Dennoch sieht Burkhardt hier weiteres Potenzial. Vor allem zwei Faktoren werden für ihn die weitere Entwicklung des Geschäfts massgeblich bestimmen: ein noch stärkerer Kundenfokus und die Fähigkeit, innovative Lösungen schneller auf den Markt zu bringen. Bei der Innovation ist Vetropack bereits gut aufgestellt. Mit Rezon, der thermisch gehärteten Leichtglasflasche, hat das Unternehmen eine der bedeutendsten Produktinnovationen der Branche entwickelt. Der Markteinstieg in der österreichischen Brauindustrie war erfolgreich, in Pöchlarn nimmt in diesem Jahr die erste Grossanlage für die industrielle Serienproduktion den Betrieb auf. „Das differenziert uns heute schon deutlich von vielen Wettbewerbern“, sagt Burkhardt. Entscheidend sei nun, diesen Weg konsequent weiterzugehen – und die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu verstehen.  

Mit Blick nach vorn 

Burkhardt selbst besucht deshalb derzeit viele Kunden persönlich und sucht den direkten Austausch. „Persönliche Beziehungen sind wichtig“, betont er. Gleichzeitig sieht er grosses Potenzial darin, Prozesse mithilfe neuer Technologien weiterzuentwickeln. So bietet Digitalisierung die Chance, Abläufe effizienter zu gestalten, Entscheidungen schneller und fundierter zu treffen, die Zusammenarbeit über Standorte hinweg weiter zu stärken und nicht zuletzt den Kunden besser einzubinden und Mehrwert für ihn zu schaffen. Darin sieht Burkhardt einen Baustein für die Zukunft von Vetropack. Impulse aus Gesprächen mit Kunden, Mitarbeitenden und Partnern fliessen deshalb direkt in den laufenden Strategieprozess ein, dessen Ergebnisse im Sommer vorgestellt werden sollen. «Das wird uns die Richtung für die kommenden Jahre vorgeben.» 

«Aber der Erfolg eines internationalen Unternehmens wie Vetropack ist vor allem das Ergebnis einer gelungenen Teamleistung und unternehmerischen Entscheidungen.»
Lukas Burkhardt, CEO Vetropack Gruppe

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