07/2026: In Nemšová haben wir eine echte Neuerung installiert: Die Glasblasmaschine AIS-K von Bucher Emhart Glass (BEG) ist erst die zweite ihrer Art, die überhaupt gebaut wurde. Vetropack Nemšová s.r.o kann nun auf derselben Plattform grössere oder komplexer geformte Flaschen im Single-Gob-Verfahren und Standardprodukte im Double-Gob-Betrieb reibungslos herstellen. Der Maschinenpark am Standort wurde zudem standardisiert.

Michal Červený, Hot End Manager in Nemšová
Die AIS-K schliesst die Lücke zwischen klassischen IS-Maschinen und modernen Produktionsanforderungen: Sie vereint hohe Flexibilität mit einer effizienten Serienproduktion.

Flaschen mit grösseren Durchmessern werden üblicherweise in sämtlichen Werken – und so auch in Nemšová – mit IS-Maschinen produziert. Am slowakischen Standort stand für September 2025 der Austausch einer IS-Maschine auf dem Plan. Diese wurde durch eine AIS-K ersetzt: ein technologischer Hybrid, der die Brücke zwischen der klassischen IS-Maschine und der modernen, rein parallel öffnenden AIS-Maschine schlägt. «Die AIS-K unterscheidet sich von den AIS-Standardmaschinen dadurch, dass sie parallele Öffnungs- und Schliessbewegungen nur auf der Vorformseite durchführt», erläutert Martin Wakolbinger, Group Technology and Projects Manager im Technical Engineering bei Vetropack. «Auf der Fertigformseite dagegen weist sie die klassische Winkelöffnung auf, die geometrisch mehr Freiraum beim Öffnen der Formen bietet.»

Mehr Spielraum in der Produktion

Ein solcher Freiraum erlaubt es, Behälter mit Durchmessern von über 130 mm im Single-Gob-Verfahren (Einzeltropfenbetrieb) zu produzieren. Für Standard-Wein- oder Bierflaschen wird die Maschine auf das Double-Gob-Verfahren (Doppeltropfenbetrieb) umgerüstet. Mit der Stabilität und der Kühltechnologie der bewährten AIS-Maschinen können wir hohe Produktionsgeschwindigkeiten mit konstant hoher Qualität fahren. «Deswegen geht der Trend grundsätzlich hin zur Nutzung der moderneren AIS-Maschinen», kommentiert Martin Wakolbinger.

Die neue Flexibilität wurde umgehend nach Inbetriebnahme getestet. Das Team produzierte auf der Maschine erfolgreich verschiedene Produkte aus einem breiten Portfolio. «Diese Vielseitigkeit ist der grösste Vorteil der AIS-K. Wir können zwischen Double Gob und Single Gob wechseln und kleine bis sehr grosse Behälter herstellen. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten», sagt Michal Červený, Hot End Manager in Nemšová.

Ersatzteile, Arbeitssicherheit und Ergonomie

In Nemšová wurde ausserdem eine weitere IS-Maschine durch die AIS 211 aus St-Prex ersetzt. Da bereits mehrere AIS-Standardmaschinen im Einsatz sind, wurde mit der AIS-K und der AIS 211 der gesamte Maschinenpark am Standort nun komplett auf AIS-Technologie umgestellt. Das bietet enorme strategische und wirtschaftliche Vorteile – für Ersatzteilmanagement, Wartung und Maschinenbedienung. „Wir nutzen für sämtliche Maschinen die gleichen Komponenten. Das optimiert unsere Ersatzteillagerhaltung. Die Kapitalbindung bleibt minimal und die Verfügbarkeit von kritischen Teilen ist sofort gegeben“, ergänzt Wakolbinger. Da mit den neuen Maschinen kein Kapazitätsengpass auf der Formungsseite mehr gegeben ist, kann Vetropack Nemšová s.r.o die bereits bestehende Schmelzwannenkapazität deutlich besser auslasten. 

Die AIS-K führt auch zu Verbesserungen bei Arbeitssicherheit und Ergonomie. Ein neu konzipiertes Schutzgitter im vorderen Formbereich sorgt für einen signifikant verbesserten Schutz des Bedienpersonals im täglichen Betrieb. Obwohl der Formwechsel durch die Hybrid-Bauweise minimale ergonomische Anpassungen erfordert, bleibt der Gesamtablauf für das Team absolut vertraut. 

„Die Einführung eines völlig neuen Maschinenkonzepts bringt immer Herausforderungen mit sich. Entscheidend ist, wie schnell das Team Lösungen findet – und in diesem Fall hat die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit perfekt funktioniert,“ so Červený.  

Auch die Benutzeroberflächen sind identisch. Dank des hohen Standardisierungsgrades waren keine zeitaufwendigen Schulungen notwendig. Die Maschinenführer können problemlos von der AIS-Standard zur AIS-K wechseln. Damit einher geht auch eine noch sicherere Prozesskontrolle. Wenn ein Fehler an der AIS-K auftritt, weiss das Instandhaltungsteam aufgrund langjähriger Erfahrung mit den bestehenden AIS-Maschinen sofort, wie er zu beheben ist. Die Lernkurve entfällt. Dass Nemšová künftig die vollen Synergien aus der homogenen und modernen AIS-Familie nutzen kann, macht das Werk noch flexibler und zukunftssicher.

«Die Einführung eines völlig neuen Maschinenkonzepts bringt immer Herausforderungen mit sich.»
Michal Červený, Hot End Manager in Nemšová

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