Ad hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR: Stabilisierung der Nettoerlöse bei höherer Absatzmenge im ersten Halbjahr 2026
21.08.2026: Vetropack erzielte im ersten Halbjahr 2026 Nettoerlöse von CHF 404.6 Millionen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht dies einem Rückgang um 2.0 Prozent; zu stabilen Wechselkursen ergab sich hingegen ein Wachstum um 0.7 Prozent. Die abgesetzte Produktionsmenge lag insgesamt über Vorjahr, dank der Belebung des Geschäfts mit Getränkeverpackungen in Teilen von Zentral- und Osteuropa.
Die Entwicklung am Persischen Golf und im Nahen Osten brachte zusätzliche geopolitische Unsicherheit mit steigenden Energie- und Transportkosten. Das anhaltend herausfordernde Marktumfeld mit erheblichem Margendruck erforderte weiterhin Kostendisziplin und enge Investitionskontrolle. Das Betriebsergebnis erreichte CHF 11.8 Millionen, bzw. CHF 16.6 Millionen bereinigt um Kosten für Kapazitätsanpassungen. Die bereinigte Betriebsergebnis-Marge lag damit bei 4.1 Prozent, nach 5.5 Prozent im Jahr zuvor.
Kennzahlen für das erste Halbjahr 2026
| 1. Semester 2026 | 1. Semester 2025 | +/– | ||
|---|---|---|---|---|
| Nettoerlöse | Mio. CHF | 404.6 | 412.7 | – 2.0% |
| Veränderung zu stabilen Wechselkursen | – | – | 0.7% | |
| Betriebsergebnis | Mio. CHF | 11.8 | 20.5 | – 42.4% |
| Betriebsergebnis-Marge | 2.9% | 5.0% | – 2.1ppt | |
| Adjusted Betriebsergebnis1 | Mio. CHF | 16.6 | 22.6 | – 26.5% |
| Adjusted Betriebsergebnis-Marge | 4.1% | 5.5% | – 1.4ppt | |
| Konzerngewinn | Mio. CHF | 4.8 | 9.8 | – 51.0% |
| Geldfluss aus Betriebstätigkeit | Mio. CHF | 7.9 | – 7.9 | 200.0% |
| Investitionen in Sachanlagen | Mio. CHF | 19.1 | 22.8 | – 16.2% |
| Eigenkapitalquote | 57.0% | 60.3% | – 3.3ppt | |
| Konzerngewinn je Namenaktie A | CHF | 0.24 | 0.50 | – 51.1% |
| Mitarbeitende | Headcount | 3 392 | 3 683 | – 7.9% |
1Bereinigt um Schliessungskosten und Wertberichtigungen: CHF 4.8 Mio. im Jahr 2026 und CHF 2.1 Mio. im Jahr 2025 (see Alternative performance measures)
Die Bereinigungen im Betriebsergebnis in der Höhe von CHF 4.8 Millionen umfassten Folgekosten im Zusammenhang mit der Schliessung des schweizerischen Produktionsstandorts St-Prex sowie mit der temporären Stilllegung von je einer Schmelzwanne an den Standorten Kremsmünster in Österreich und Chișinău in der Republik Moldau. Mit den Kapazitätsanpassungen und Effizienzverbesserungen gelang es, den Personalaufwand zu reduzieren. Der Personalbestand lag am Ende der Berichtsperiode um 7.9 Prozent unter dem Vorjahr.
Der Konzerngewinn erreichte im ersten Halbjahr 2026 CHF 4.8 Millionen, nach CHF 9.8 Millionen im ersten Halbjahr 2025. Belastend wirkte der höhere Finanzierungsaufwand, vor allem infolge von Währungseffekten, während ein deutlich geringerer Steueraufwand den Konzerngewinn stützte.
Geldflüsse, Investitionen und Finanzierung
Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2026 mit CHF 7.9 Millionen über der Vorjahresperiode (CHF –7.9 Millionen). Dazu trugen günstige Veränderungen im Nettoumlaufvermögen bei, insbesondere niedrigere Lagerbestände und deutlich geringere Lieferantenzahlungen im Vergleich zu den hohen Mittelabflüssen im Vorjahr. Teilweise kompensiert wurde dies durch den Anstieg der Kundenverbindlichkeiten.
Die Investitionen in Sachanlagen betrugen CHF 19.1 Millionen, nach CHF 22.8 Millionen im Vorjahr, und beinhalten als grösste Einzelinvestitionen die Modernisierung von Produktionsanlagen an den Standorten Pöchlarn in Österreich und Nemšová in der Slowakei.
Die Refinanzierung der Gruppe in Zusammenarbeit mit einem europäischen Bankenkonsortium brachte netto einen Zufluss langfristiger Finanzverbindlichkeiten im Umfang von CHF 71.6 Millionen. Der Bestand flüssiger Mittel zur Jahresmitte 2026 erreichte CHF 139.0 Millionen nach CHF 96.8 Millionen per Ende 2025. Die Eigenkapitalquote betrug 57.0 Prozent.
Strategie und mittelfristige Ziele
Im März 2026 hatte Vetropack angekündigt, die bestehende Unternehmensstrategie zu überprüfen. Die Überprüfung während der Berichtsperiode umfasste eine vertiefte Analyse von Markt- und Nachhaltigkeitstrends, Kundenbefragungen («Voice of Customer») sowie externe Studien. Der Prozess wurde mit der Verabschiedung der überarbeiteten «Strategie 2035» durch den Verwaltungsrat erfolgreich abgeschlossen.
Vetropack will die Position als Anbieter innovativer Verpackungs- und Servicelösungen weiter ausbauen und den Kundennutzen entlang der Wertschöpfungskette erhöhen. Dazu wurden konkrete Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums definiert. Sie umfassen Effizienzverbesserungen, die Optimierung des Produktmixes sowie gezielte Marktentwicklungs- und Wachstumsinitiativen. Kundenorientierung und Nachhaltigkeit gehören weiterhin zu den zentralen Leitlinien der Unternehmensentwicklung.
Erstmals publiziert Vetropack einen mittelfristigen Ausblick. Mit der konsequenten Umsetzung der Massnahmen erwartet Vetropack bis 2030 gegenüber 2025 zu konstanten Wechselkursen ein über dem Markt liegendes Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich (CAGR), verbunden mit einer Erholung des Betriebsergebnisses und einer zweistelligen Marge zum Ende der Mittelfristperiode. Zur Umsetzung der überarbeiteten Strategie wird Vetropack umsichtig in die Markt- und Produktentwicklung sowie in die Anpassung der Produktionsinfrastruktur für mehr Flexibilität und Produktivität investieren; mittelfristig wird eine doppelstellige Rendite auf dem eingesetzten Kapital angestrebt. Die Strategie 2035 wird am 16. September 2026 publiziert.
Ausblick 2026
Vetropack geht derzeit davon aus, dass die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der geopolitischen Lage und die möglichen Auswirkungen auf die Energiemärkte eher wieder zunehmen. Erwartet wird weiterhin ein anspruchsvolles operatives Umfeld mit tendenziell steigenden Kosten und anhaltendem Margendruck.
Vor diesem Hintergrund liegt der Fokus auf der disziplinierten Führung des Tagesgeschäfts und der Umsetzung der im Rahmen der überarbeiteten Strategie definierten Massnahmen. Für das zweite Halbjahr 2026 ist Vetropack vorsichtig optimistisch mit erwarteten Nettoerlösen währungsbereinigt über der Vergleichsperiode des Vorjahrs.
Damit kann auch die Guidance für das Gesamtjahr 2026 bezüglich der Nettoerlöse etwas erhöht werden. Erwartet werden nun Absatzmengen und währungsbereinigte Nettoerlöse über Vorjahr (bisher: unter Vorjahr). Bei fortgesetzter Kostendisziplin, höherer Produktionseffizienz und enger Investitionskontrolle bestätigt Vetropack für 2026 die Erwartung einer gegenüber dem Vorjahr leicht höheren Betriebsmarge. Wie bisher sind die für 2026 geplanten Investitionen in Sachanlagen auf dem Niveau des Vorjahrs zu erwarten.
Der Semesterbericht 2026 ist ausschliesslich online mit Download-Funktion verfügbar: https://report.vetropack.com/h2026
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- PI_Semi-annualReport_2026_DE.pdf (pdf)
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