08/2024: Vetropack schliesst das traditionsreiche Werk in St-Prex – trotz millionenschwerer Investitionen und intensiver Prüfung aller Alternativen. Die hohen Betriebskosten und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit machen eine rentable Zukunft des Standorts unmöglich.

Die Verrerie de St-Prex, eine traditionsreiche Glashütte in der Schweiz, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Henri Cornaz gründete sie 1911. Seitdem hat sie sich über ein Jahrhundert hinweg mit exquisiten Glaswaren einen Namen gemacht und gilt als Geburtsstätte der Vetropack-Gruppe. Im Mai wurde die Schliessung des Werks in St-Prex bekannt gegeben. Diese Entscheidung wurde vom Verwaltungsrat nach einer eingehenden Prüfung der Alternativvorschläge der Arbeitnehmervertreter getroffen. Zwei Monate früher als geplant musste aus Sicherheitsgründen bereits Ende Juni das geordnete Herunterfahren der Produktion eingeleitet werden. «Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und alle Vorschläge zur künftigen Entwicklung des Standorts sehr umfassend und detailliert geprüft», erklärt Claude Cornaz, Verwaltungsratspräsident der Vetropack-Gruppe. «Trotzdem kommen wir immer zum gleichen Ergebnis: Die Zukunftsaussichten des Werks in St-Prex bleiben – selbst bei einer millionenschweren Investition – im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit negativ. Ein rentabler Betrieb wäre auf Dauer nicht möglich. Die Schliessung der Produktion ist deshalb unausweichlich.»

Der über hundert Jahre alte Produktionsstandort in St-Prex war über die Jahrzehnte hinweg Gegenstand zahlreicher Anpassungen und grösserer Investitionen. Trotz dieser Bemühungen leidet der einzige Schweizer Produktionsstandort unserer Gruppe unter seiner geringen Grösse und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Die unverändert hohen Betriebskosten der Produktion machen die in St-Prex hergestellten Glasverpackungen in den europäischen Kernmärkten nicht wettbewerbsfähig. Bereits Anfang März wurde deshalb ein Konsultationsverfahren zur Zukunft des Standorts in Gang gesetzt. Johann Reiter betont, dass die Schliessung des Werks in St-Prex nicht den Rückzug von Vetropack aus dem Heimatmarkt Schweiz bedeutet. 

«Unser Unternehmenshauptsitz wird auch künftig in Bülach bleiben. Unser Engagement rund um das Glasrecycling setzen wir in Zusammenarbeit mit unseren Schweizer Partnern auf kommunaler Ebene fort. Im Bereich Recycling bleibt also alles wie bisher.»
Johann Reiter, CEO, Vetropack-Gruppe

Mehr lesen