St-Prex
07/2025: Ein Jahr ist seit Schliessung des traditionsreichen Werks in St-Prex vergangen. Während die Maschinen auf ihren baldigen Einsatz an anderen Standorten vorbereitet werden, schreitet der Rückbau vor Ort weiter voran.
«St-Prex zu schliessen, war ohne Zweifel einer der schwierigsten Momente der vergangenen Jahre», kommentiert CEO Johann Reiter. «Eine sehr schmerzhafte Entscheidung – nicht nur wegen der historischen Bedeutung dieses Werks für Vetropack, sondern vor allem wegen der Konsequenzen für unsere oft langjährigen Mitarbeitenden vor Ort. Das zu erleben, war sehr belastend.»
Im Mai 2024 hatte Vetropack die Schliessung bekannt gegeben und damit das Ende einer Ära von 113 Jahren Glasproduktion eingeläutet. Bereits im Juni leitete das Unternehmen – aus Sicherheitsgründen zwei Monate früher als geplant – das geordnete Herunterfahren der Produktion ein. Um den Übergang für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter so verträglich wie möglich zu gestalten, brachte Vetropack einen Sozialplan auf den Weg. Auch die Zusammenarbeit mit der Arbeitslosenkasse und die vor Ort eingerichtete Berufsberatung zeigten Früchte: Die meisten Mitarbeiter aus dem Werk in St-Prex fanden eine neue Beschäftigung; andere gingen in den verdienten Ruhestand. Gleichzeitig ging die Verlagerung der Produktion aus St-Prex an die benachbarten Standorte in Österreich und Italien reibungslos vonstatten.
Maschinen nach Nemšová und Kremsmünster
Im Frühjahr begann dann auch für die Maschinen eine neue Nutzungsphase. So wurden im Februar eine Zehnstationenmaschine AIS 211 und eine Zwölfstationenmaschine AIS 214 sowie sämtliches Zubehör zur Demontage und Reparatur nach Italien transportiert. Vetropack plant, die Maschine AIS 211 bereits im kommenden Jahr am Standort Nemšová und die Maschine AIS 214 in Kremsmünster neu zu installieren. Die übrigen zwei Produktionsmaschinen aus St-Prex wurden an ein indisches Unternehmen verkauft.
«Mit den Maschinen verbinden wir viele Erinnerungen. Der Rückbau, der zudem bei schwierigen äusseren Bedingungen wie niedrigen Temperaturen stattfand, ist für uns alles andere als einfach», kommentiert Production Supervisor Jose- Maria Cipriano. «Ich freue mich aber darüber, dass für die Maschinen ein neuer Verwendungszweck gefunden wurde.» Auch sämtliche IS-Steuerungssysteme sowie Labormessgeräte und Ersatzteile wurden innerhalb der Unternehmensgruppe neu eingesetzt.
Engagement in der Schweiz bleibt bestehen
Die Schweiz bleibt für Vetropack ein wichtiger Markt. «Natürlich markiert die Schliessung des letzten Werks für Behälterglas in der Schweiz auch über unsere Gruppe hinweg einen Einschnitt», erklärt Johann Reiter. «Allerdings haben wir von Anfang an klar gesagt: Auch wenn wir das Werk in St-Prex schliessen, bedeutet das nicht, dass wir uns aus unserem Heimatmarkt zurückziehen, ganz im Gegenteil: Wir werden unsere Kunden hier genauso weiter beliefern. Als Pionier des Glasrecyclings in der Schweiz wird die Vetropack-Gruppe auch weiterhin im Glasrecycling aktiv sein.»
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