Werden Glasverpackungen nicht direkt wieder genutzt – wie etwa Mehrwegflaschen in der Schweizer Gastronomie – gehören sie auf jeden Fall in einen Sammelcontainer und nicht in den Müll. Denn wiederverwendete Glasverpackungen sind der mengenmässig wichtigste Rohstoff für die Herstellung neuer Glasprodukte. Den Grundstein dafür legten wir bereits in den 1970er Jahren, als wir als Erste in der Schweiz mit der organisierten Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwendung von Gläsern und Flaschen begannen. 

Heute werden in der Schweiz jährlich rund 360.000 Tonnen Glasverpackungen gesammelt (Stand 2024). 2023 lag der Anteil des tatsächlich recycelten Glases bei 100 Prozent – und damit bereits heute als eines von wenigen europäischen Ländern weit über der von der Europäischen Union für 2030 angestrebten Quote von 90 Prozent.  

Seit 1977 werden benutzte Glasverpackungen hierzulande an öffentlichen Sammelstellen in nach Farben getrennten Containern gesammelt. Für die Bereitstellung und Betreuung von Sammelstellen sind die Gemeinden verantwortlich. Sie werden dafür finanziell mittels einer vorgezogenen Entsorgungsgebühr (VEG) entlastet. Diese zahlen Hersteller und Importeure an VetroSwiss, eine Organisation, die im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Umwelt und der ATAG Wirtschaftsorganisationen AG handelt.  

Von den Gemeinden beauftragte Partnerunternehmen übernehmen den Transport des Sammelguts zu Zwischenlagern und Aufbereitungsanlagen. Die grosse Mehrheit des gesammelten Schweizer Recyclingglases wird in Nachbarländern für die Wiederverwendung aufbereitet. Ein kleinerer Anteil wird im Inland aufbereitet und wiederverwendet, zum Beispiel zur Nutzung als Baustoff.  

Vetropack arbeitet im Rahmen der Strategie 2030 kontinuierlich daran, den Recyclinganteil in der Glasproduktion aller Werke zu erhöhen und den eigenen ökologischen Fussabdruck zu verringern, sowie den Recyclinganteil entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei Einweg wie Mehrweg und den Zugang zu Kernressourcen (hauptsächlich Scherben) zu verbessern. 

FAQ's

In den Glascontainer gehören Flaschen (Wein- und Saftflaschen, Flaschen für Essig, Öl etc.), Lebensmittelgläser (Gläser für Marmelade, Gurken, Pesto etc.), die das Glasrecycling-Signet aufweisen, Parfumflakons und Deo-Roller, Medizinfläschchen, Einweg-Gewürzmühlen aus Glas und gläserne Flaschenverschlüsse (z.B. Vino-Lok bei Weinflaschen). Pfand-, bzw. Depotflaschen dagegen wandern zurück zum Getränkehandel und können im Anschluss direkt wieder verwendet werden. 

Glasprodukte, die keine Glasverpackungen sind, werden am besten im Restmüll oder Recyclinghof entsorgt. Dazu zählen etwa Flachglas (Fensterglas, Windschutzscheiben), Glasgeschirr (Trinkgläser, Backofengeschirr, Vasen), hitzebeständige Einmachgläser, Kerzenbecher, Leuchtmittel (Glühbirnen, Neonröhren), Bildschirme, Spiegel oder Borosilikatglas (Laborgläser, Impffläschchen). Steingut, Porzellan und Keramik sind kein Glas. Produkte aus diesen Materialien gehören ebenfalls nicht in den Sammelbehälter. 

Öffentliche Glassammelstellen gibt es in allen Schweizer Gemeinden und Städten. Den genauen Standort der nächstgelegenen Sammelstelle finden Sie am einfachsten über die Recycling-Map von Swiss Recycle.

Glasverpackungen sollten vor der Entsorgung aus Hygienegründen ausgespült werden, Papieretiketten müssen allerdings nicht entfernt werden. Flaschen- und Behälterverschlüsse sollten entfernt und getrennt entsorgt werden. Die Vorsortierung der Glasverpackungen nach Farben erleichtert den späteren Recyclingprozess enorm. Glasverpackungen wollen überdies eher sanft im Glascontainer entsorgt werden, damit sie nicht zu stark zersplittern. Denn je kleiner die Scherben sind, desto schwieriger ist es im Glaswerk, Fremdstoffe zu entfernen. Ausserdem freuen sich die umliegenden Anwohner. Glas sollte daher auch niemals während der Ruhezeiten entsorgt werden, sondern am besten tagsüber an Werktagen. 

Weitere Informationen

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